
Falzarten-Guide: Welches Format passt zu deiner Botschaft?
Wickelfalz, Zickzackfalz oder Altarfalz? Entdecke, wie du mit der richtigen Falttechnik das Storytelling deiner Flyer und Broschüren gezielt steuerst.

Cagri Ersöz
Marketing-Stratege mit Expertise in Verkaufspsychologie, Conversion-Optimierung und datengetriebenem Webdesign. Ich helfe Unternehmen, ihre digitale Präsenz in eine echte Verkaufsmaschine zu verwandeln.
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"Das Design ist nicht nur, wie es aussieht. Design ist, wie es funktioniert." – Steve Jobs. Das gilt auch für Papier: Die Falzung bestimmt, wie deine Botschaft konsumiert wird.
Du planst einen Flyer oder eine Broschüre. Text steht, Bilder sind ausgewählt. Aber hast du dir Gedanken darüber gemacht, wie der Nutzer das Papier öffnet?
Die Falzart ist eines der am meisten unterschätzten Stilmittel im Print-Design. Sie ist nicht nur technisch notwendig, um ein großes DIN A4 Blatt in ein handliches DIN Lang Format zu verwandeln.
Sie ist die Dramaturgie deiner Geschichte.
Ähnlich wie bei einer Website, wo wir den User durch Scrollen lenken, lenken wir ihn im Print durch Falten. In diesem Guide erfährst du, welcher Falz zu welcher Story passt.
1. Der Wickelfalz (Letterfold): Der Spannungsbogen
Der Wickelfalz ist der Klassiker unter den Flyern. Die Seiten werden "eingewickelt".
So funktioniert er: Das Blatt wird zweimal in die gleiche Richtung gefalzt. Die innere Seite wird zuerst eingeklappt, dann die Titelseite darüber.
Das Storytelling: Der Wickelfalz gibt die Lesereihenfolge strikt vor. Der Leser muss den Flyer "entblättern". Das macht ihn ideal für lineares Storytelling:
- Cover: Der Teaser (Problem/Frage).
- Erstes Aufklappen: Die Einleitung / Das Versprechen.
- Ganz öffnen (Innenseiten): Die volle Lösung / Das Angebot.
Nutze den Wickelfalz, wenn du eine klare Argumentationskette hast: "Du hast Problem X? Wir haben Lösung Y. Das sind die Details. Kauf jetzt hier." Perfekt für Unternehmensvorstellungen oder Produkt-Launches.
2. Der Zickzackfalz (Leporello): Die unendliche Geschichte
Beim Zickzackfalz wird das Papier abwechselnd nach vorne und hinten gefalzt – wie bei einer Ziehharmonika.
Das Storytelling: Hier gibt es weniger Spannung, aber mehr Übersicht. Der Flyer kann einfach auseinandergezogen werden. Oft sieht der Leser mehrere Seiten gleichzeitig.
Ideal für:
- Chronologische Abläufe: Timelines, Programmhefte für Events.
- Gleichwertige Informationen: Produktübersichten, Preislisten. Hier soll keine Seite wichtiger sein als die andere.
- Lange Panoramen: Ein Bild oder eine Grafik, die über mehrere Seiten läuft.
3. Der Altarfalz (Gatefold): Die große Bühne
Dieser Falz ist etwas Besonderes. Die beiden äußeren Seiten klappen zur Mitte hin zu wie Fensterläden oder ein Altar.
Das Storytelling: Der Altarfalz ist pure Dramatik. Er schreit: "Achtung, jetzt kommt etwas Großes!".
- Geschlossen: Die Neugier wird geweckt. Was ist dahinter?
- Das Öffnen: Der Leser öffnet beide Flügel gleichzeitig nach außen.
- Der Inhalt: Eine große, ungeteilte Innenfläche präsentiert das Highlight.
Der Altarfalz wirkt sehr hochwertig, ist in der Produktion aber oft teurer als Standard-Falzarten. Nutze ihn gezielt für exklusive Einladungen, Immobilien-Exposés oder High-End Grafikdesign-Projekte.
4. Kreuzbruch & Co: Für Plakat-Gefühle
Beim Kreuzbruch wird das Papier erst einmal quer und dann einmal längs gefalzt (wie bei einer Landkarte).
Das Storytelling: Hier geht es weniger um das Blättern, sondern um das Entfalten auf eine große Fläche. Ideal, wenn dein Flyer eigentlich ein kleines Poster sein soll. Die Rückseite kann viel Text enthalten, aber die Vorderseite wird zum Wand-Objekt.
Entscheidungshilfe: Welcher Falz für dich?
- Du willst verkaufen & überzeugen? -> Wickelfalz. Er führt den Kunden Schritt für Schritt zum "Ja".
- Du willst informieren & auflisten? -> Zickzackfalz. Er bietet schnellen Zugriff auf alle Daten.
- Du willst beeindrucken & enthüllen? -> Altarfalz. Er inszeniert dein Produkt als Star.
Fazit: Form ist Inhalt
Überlasse die Falzart nicht dem Zufall oder der Standard-Einstellung deiner Online-Druckerei. Überlege dir vorher: Was ist meine Botschaft?
Willst du den Leser an die Hand nehmen (Wickel), ihm eine Übersicht geben (Zickzack) oder ihn überraschen (Altar)?
Wähle das Format, das deine Story unterstützt.
Unsicher, wie du deine nächste Kampagne gestalten sollst? Wir helfen dir von der Papierauswahl bis zum Pixel.
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Häufige Fragen zu Falzarten (FAQ)
Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zur technischen Umsetzung und Auswahl.
1. Welcher Falz eignet sich am besten für viel Text?
Der Wickelfalz ist ideal für textlastige Inhalte, da er die Informationen in logische Häppchen (Seiten) unterteilt und nacheinander aufblättert, was den Lesefluss strukturiert.
2. Wann sollte ich einen Zickzackfalz (Leporello) wählen?
Der Zickzackfalz ist perfekt für gleichwertige Informationen oder chronologische Abläufe (z.B. Programmhefte, Timelines), da er sich wie eine Ziehharmonika öffnet und alles auf einen Blick zeigen kann.
3. Was ist der Vorteil eines Altarfalzes?
Der Altarfalz erzeugt einen dramatischen "Fenster-Effekt". Er ist perfekt für Überraschungen oder emotionale Reveals, da sich zwei Flügel öffnen, um den großen Kerninhalt zu enthüllen.
4. Wie viele Seiten hat ein klassischer Flyer?
Der Klassiker ist der 6-Seiter (2 Brüche). Je nach Falzart (Wickel oder Zickzack) ergibt sich daraus eine unterschiedliche Anordnung der Seiten, obwohl das offene Format (z.B. DIN A4) identisch ist.

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